Die vergangenen Tage vor Weihnachten haben gezeigt, WIE dramatisch wichtig es seitens der ungar.Regierung nebst Notenbank gesehen wird, den Forint gegenüber Fremdwährungen wie US Dollar und Euro möglichst festzunageln, wenn nicht sogar zu stärken.
Die Kurs Euro/Forint ist nach erfolgreichem Ausbruch inzwischen wieder in die mehrmonatige Handelsspanne 264-276 zurückgefallen (besser gesagt "gedrückt" worden und es kann erst mal weitergehen "as usual" (wie gewohnt). Allerdings, gelöst ist damit das Problem für Ungarn nicht, denn es "kostet" eine nicht unwesentliche Anstrengung, den Forintkurs zu halten, ihn also NICHT den internationalen Devisenmärkten zu überlassen. Wohin die in peitschen würden, ebenso wie den rumänischen Leu und andere, ist relativ klar...
So ist alles nur verschoben, aus rein "bewegungs-technischer" Sicht allerdings wird dann der spätere Ausbruch aus dieser Kursspanne 264-276 nur noch fulminanter werden. Man kann sich das so vorstellen, wenn man die Pferde andauernd an der Trense festhält, wenn ihnen nach Laufen zumute ist, werden sie irgendwann nicht mehr zu halten sein und dann noch weiter weglaufen, als wenn man sie anfangs losgelassen hätte.
Auf erneute, nachhaltige Forintschwäche würde ich jetzt allerdings erst setzen, wenn man das jüngste Tief (278 Forint für einen Euro, Mittelkurs am internationalen Devisenmarkt Videotextseite 291 bei n-tv) übersteigt, d.h. mehr als 278 Forint zahlen muß.
Für mich auffallend war dieser Tage, daß man bei Tesco derzeit so schlechte Umtauschkurse für den Euro bekommt, wie seit meiner Zeit hier in Ungarn 2 1/2 Jahre noch nicht. Während der Mittelkurs des Tages beispielsweise bei 273 Ft für einen Euro liegt, bekommt man bei Tesco nur 260 (also 5% darunter) Ft für den Euro und wenn man dagegen einen Euro kauft,zahlt man lediglich 277 (1 1/2% Aufschlag) Bisher lag Tesco im Umtausch deutlich besser als die Banken, das hat sich sehr geändert. Es zeigt aber auch, daß man hier in Ungarn mit keiner weiteren Forintschwäche rechnet (bzw. rechnen möchte), weil die Folgen davon wären geradezu katastrophal.
Ich las vor 3 Tagen einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage Ungarns einer Auslandszeitung, worin auf die teils explosive Lage in einigen Geschäftsbereichen und damit auch Bevölkerungskreise angespielt wurde. Da wäre ein Abgleiten des Forints (weil enorme Kreditsummen in Fremdwährungen wie Schweizer Franken und Euro, sogar Japan.Yen aufgenommen wurden) nur wie Öl ins bereits brennende Feuer.
Als deutsche Gut-Menschen hoffen wir jetzt natürlich, die Ungarn (bzw. die ungar.Nationalbank) werden "gewinnen", und der Forint bleibt gehämmert fest, statt abzugleiten. Obs hilft...? Das kommende Jahr wirds uns zeigen... Olli vom Balaton 