Verkehrschaos durch Winterwetter auch in Ungarn - Dienstag Gefahr von Glatteis
Die Winterstürme und ergiebigen Schneefälle, die in den letzten Tagen über Mittelosteuropa brausten, behinderten auch in Ungarn vielerorts den Verkehr und führten zu etlichen Unfällen. Die extrem kalten Temperaturen machten vor allem der Ungarischen Bahn, MÁV, stark zu schaffen. Aber auch der Busbetrieb und der Flughafen litten. Großer Andrang bei Obdachlosenasylen.
Bei -17 Grad am Keleti, dem Ostbahnhof von Budapest versagten Stellanlagen und Weichen. Bahnsprecher Ferenc Both erklärte die zahlreichen Verspätungen und Zugsausfälle, die viele Reisende fluchend und frustriert zurück ließen, nicht nur mit der Wetterunbill. Als man die Lage technischerseits wieder halbwegs im Griff hatte, stellte man nämlich eine beängstigende "Personalknappheit" fest, die etliche Züge still stehen ließ. Ob die Herren Zugführer von der Schweinegrippe dahingerafft wurden oder einfach witterungsbedingt lustlos wurden, wird noch ermittelt. Auch am Süd- und am Westbahnhof kam es zu Ausfällen und vielen Verspätungen, Vorortzüge aus dem Osten kamen nur bis zu den Stationen Rákos und Köbanya-felsö, die art gebeutelte Busflotte musste auch diese Lücke noch füllen.
Dabei waren bei der BKV schon "hunderte Busse" ausgefallen, die Kälte gab vielen der alten Wracks nur den letzten Rest ins automobile Jenseits. Am Flughafen Ferihegy verspäteten sich den gesamten Sonntag über die Abflüge, wegen der Enteisung und der Räumung der Startpiste, um über eine Dreiviertel Stunde. Auch auf den Straßen ging es mühsam zu, der Winterdienst mühte sich nach Kräften, doch diese waren begrenzt. Die Behörden meldeten allein am Wochenende über 200 Autounfälle, die direkt auf Kälte, Schnee und Eis zurückzuführen sind. Vor allem in Nord- und Ostungarn waren etliche Straßen unpassierbar. Das Dach der Eislaufbahn am Millenáris Park gab unter den "Schneemassen" nach, glücklicherweise war sie da bereits geschlossen. Die Stadt mobilisierte hunderte Hilfskräfte, um die Straßen zu räumen und zu streuen. Größere Dramen wie in Polen oder Kroatien blieben in Ungarn, nach bisheriger Meldungslage, aber zum Glück aus.
Die tiefsten Temperaturen wurden am Montagmorgen mit in -25 Grad Celsius in Szécseny gemessen. Dort trafen sich kürzlich die Ministerpräsidenten der Slowakei und Ungarns, vielleicht ist dieser Kälterekord also auf die sehr frostigen Beziehungen beider Länder zurückzuführen. In Budapest war es mit teilweise -19 Grad auch extrem kalt, was besonders die geschätzt 3.000 Obdachlosen der Stadt peinigte. Hilfswerke und Notaufnahmestellen meldeten Rekordandrang, Sicherheitsdienste von Einkaufszentren wurden angewiesen, eigentlich unerwünschten Nächtigungsgästen einen angemessenen Aufenthalt in temperierten Räumen zu gestatten.
Für die kommenden Tage, einschließlich der Weihnachtstage ist deutlich milderes Wetter angekündigt, so dass die Verkehrslage sich wieder normalisieren sollte. Allerdings warnte der Wetterdienst für die Nacht zum Dienstag und den Tagesverlauf vor Blitzeis und überfrierender Nässe, Vorsicht also.