Hi Pusztaqueen,
ja das mit dieser Statistik und Spanien an 1. Stelle aktuell kann ich mir gut vorstellen. Ich vergaß zu erwähnen im Zusammenhang mit dem Link und dem Locken-Verkauf, daß Spanien mittlerweile (sogar offiziell) eine Arbeitslosenrate doppelt so hoch wie Ungarn hat. Wenn das nichts heißt...!?
In diesem Zusammenhang: Sicher wird es hier einige Leute geben, die auch first-hand Spanien-Erfahrung haben. Ich selbst bin 2005 dort nur hin, weil man mich dringend gebeten hatte, einen Job zu "erledigen", und zwar eine Organisation aus einer Korruptions-Situation heraus zu befreien.
Zwar wäre es ja möglich gewesen, ich hätte mich dann während dieser Zeit dort "eingelebt" um vielleicht ganz in Spanien zu bleiben, ABER.... ich wollte einfach nicht in diesem "Theater" weiter bleiben. Während ich in Playa San Juan, nur wenige km von der Stadtmitte Alicante´s lebte (nicht schlecht lebte), beobachtete ich praktisch jeden Sonntag morgen, wie junge Leute, oft junge Ehepaare aber natürlich auch ältere Ehepaare speziell Sonntagsmorgens während ihres Spaziergangs in Strandnähe Immobilien-Shopping betrieben. D.h., die sind dann noch vor dem Mittagessen in verschiedene Immobilienbüros geschlendert und haben sich dort die eine oder andere neue, bzw. noch im Neubau befindliche Wohnung gekauft, vielleicht für einen Anzahlungspreis von 3 vielleicht auch 5%.
Der Witz war (und so lief es ja jahrelang in Boomzeiten dort in Spanien), dass man diese Wohnungen ganz bewußt oft noch nicht mal behalten wollte, bis sie fertiggestellt waren, sondern sogar noch vor Fertigstellung bereits wieder mit entsprechendem Aufschlag an jemanden anderen verkaufen wollte. Ich riet vielen Leuten aus meinem Viertel wo ich wohnte, die wirklich üblen Spekulationen langsam zu vergessen, weil die Gefahr des Verspekulierens in meinen Augen fast nicht mehr kontrollierbar war. Egal wo ich so redete, jeder und ales lachte....
Der allergrößte Job-Motor Spaniens lag im Immobilienbereich. Schulabgänger legten praktisch gar keinen Wert mehr auf Ausbildung bzw. weiteres Studium, sie gingen schnurstraks und auf dem schnellsten Wege in die Immobilienbranche arbeiten und verdienten glänzend über sehr viele Jahre. Spekulierten natürlich ebenso kräftig dabei mit, wie ihre Kundschaft. Die ANGST in Spanien, der Zug führe ab, ohne dabei zu sein, wuchs und wuchs und veranlaßte wirklich ganz einfache Menschen im Landesinneren von Spanien, unter teils Bürgschaftsgarantie ihrer Eltern oder Großeltern schnell auch noch eine Wohnung in Boombezirken, seien es jetzt Städte oder Strand zu kaufen. Eine Unmenge von Menschen lebten in und von diesem Gewerbe...
Und dann platze die Blase und jetzt befinden sich die allermeisten dieser Menschen "auf der Straße". 20% Arbeitslosigkeit in Spanien, das muß man sich mal vorstellen. Die wähnten sich derart reich und innerhalb der EU als fortgeschritten, daß sie niemanden gegenüber, auch eindringlichen Warnungen seitens der EU-Behörden noch zuhören wollten. JETZT bereits aber werden sie schon zu dem Kreis der Länder gezählt, die im schlimmsten Falle den Euro eines Tages in Bedrängnis bringen könnten.... Man nennt den Kreis dieser Länder "PIGS": Portugal, Italien, Griechenland und Spanien. Alles die Sonnenländer..!?
Soviel jedenfalls fiel mir eben nochmals ein, als ich an Spanien zurückdachte... wie an einen Traum (Ich vergess nicht, wie die mich alle mitleidig anschauten oder lächelten, als wir dann von Ungarn als unserem nächsten Reise- und Wohnziel erzählten.... Wie heißts so schön: Alles fließt. Olli vom See 