(c) Pester Lloyd / 13 - 2010 WIRTSCHAFT 01.04.2010
Next Stop: Balkan
Der 3. Teilabschnitt der Südautobahn M6 in Ungarn wurde übergeben
Am Mittwoch wurde der 3. Teilabschnitt der Autobahn M6 offiziell eingeweiht. Eines der größten Public-Private-Partnership-Projekte (PPP) Ungarns kostete insgesamt 520 Mio. EUR und wurde in neuer Rekordzeit von 20 Monaten errichtet. Die 65,1 Kilometer verbinden die Städte Dunaújváros und Szekszárd, die M6 Budapest und Pécs und führt weiter bis nach Kroatien.
Teil der Baurbeiten waren auch 58 Brücken bzw. Viadukte, vier Rastplätze und ein Betriebs- und Wartungszentrum. Die 2x2-spurige Autobahn M6 verfügt nun über eine Gesamtlänge von 257 km und bietet endlich eine rasche Verbindung zwischen Budapest und Pécs. Außerdem führt sie weiter bis zur kroatischen Grenze und wird damit zu einer zukunftsweisenden Verbindung zwischen Zentraleuropa und dem Balkan.

Das PPP-Projekt gestaltet sich so, dass die Regierung einen für 28, bzw. 30 Jahre laufenden Konzessionsvertrag für Bau und Betrieb des 3. Teilabschnitts an das Konsortium bestehend aus den Firmen Bilfinger Berger, Porr und Egis vergeben hat. Diese finanzieren das Projekt mit mehr als einer halben Milliarde EUR über die Europäische Entwicklungsbank und eine Gruppe von Geschäftsbanken aus ganz Europa sowie aus eigenen Mitteln. Darunter finden sich die Erste Group (Konsortialführer mit einem Anteil von 35 Mio. EUR), die Bayern LB, Caja Madrid, Commerzbank, DekaBank, Depfa, DZ Bank, MKB Bank, Raiffeisen Landesbank Oberösterreich und SMBC.

Der Vorteil für Ungarn besteht in der Auslagerung des Finanzierungsrisikos für den klammen Staat. Wie die Vergangenheit zeigte, kann das auch schief gehen, vor allem, wenn der Betreiber sich verkalkuliert hat und der Staat dann in Hau-Ruck-Aktionen die Autobahn vorzeitig zurückkaufen musste. Die jetzige Betreibergesellschaft M6 Tolna Üzemeltetö Kft. kann jedoch durchaus von einem lohnenden Geschäft ausgehen, sie besteht aus der französischen Firma Egis Road Operations, der deutschen Bilfinger Berger Infrastructure Services GmbH sowie der österreichischen Porr Solutions GmbH und dem österreichischen Autobahnbetreiber ASFINAG, der damit erstmals ein Projekt im Ausland betreibt.