Softwarepiraterie in Ungarn und Mittelosteuropa 2009 leicht rückläufig
In ihrem aktuellen Jahresbericht zur Softwarepiraterie zieht die Business Software Alliance (BSA) eine relativ positive Bilanz zur Wirksamkeit der Bekämpfung von illegalen Raubkopien. Befürchtungen, dass sich die unerlaubte Vervielfältigung von Software durch die weltweite Wirtschaftskrise verstärken würde, haben sich zumindest für das Jahr 2009 nicht bewahrheitet.
Von über 100 untersuchten Ländern wiesen lediglich 19 (darunter auch Deutschland) einen Anstieg der Softwarepiraterie auf. In 54 Ländern ging der Anteil nicht lizenzierter Software hingegen zurück. In Ungarn verminderte sich der Anteil illegaler Kopien an der gesamt verwendeten Software geringfügig um 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. Der geschätzte Wert der nicht lizenzierten Software, sozusagen der entstandene Verlust durch illegale Beschaffung von Programmen, sank ungleich stärker von 98,6 auf 76,35 Millionen Euro.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für andere ostmitteleuropäische Länder wie Polen, Slowenien und die Tschechische Republik. Nach wie vor befindet sich hier die Softwarepiraterie im Vergleich zu den meisten westeuropäischen Ländern aber auf hohem Niveau. So betrug der Anteil illegal kopierter Software in Ungarn im Jahr 2009 immerhin 41% (Deutschland 28 %). Dennoch steht Ungarn mit dieser Zahl im weltweiten Vergleich noch recht günstig da und teilt sich mit Südkorea, knapp hinter Frankreich und Portugal, den 27.Platz in der Liste derjenigen Länder mit der geringsten Piraterie-Rate (Deutschland Platz 13).
In der gesamten EU lag der Anteil nicht lizenzierter Software wie im Vorjahr konstant bei durchschnittlich 35 %, was einem Gesamtwert von etwa 8,3 Mrd Euro entspricht. Die EU weit höchste Piraterie-Rate weisen Bulgarien und Rumänien mit jeweils 67 % bzw. 65 % auf. Den geringsten Anteil besitzt Luxemburg mit 21 %.
Dass es global gesehen im Jahr 2009 trotz positiver Entwicklungen dennoch zu einem geringfügigen Anstieg der weltweiten Softwarepiraterie von 41 % auf 43 % kam, erklären die Autoren der Studie mit der Tatsache dass vergangenes Jahr besonders diejenigen Märkte ein starkes Wachstum der PC Verkäufe verzeichneten, welche traditionell einen hohen Anteil an Raubkopien besitzen.
Die vollständige Studie: http://portal.bsa.org/globalpiracy2009/s...cystudy2009.pdf