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Die Dauerausstellung des Csontváry-Museums in der Kulturhauptstadt Pécs

in Südungarn 15.05.2010 18:45
von Admi • Peter / Admi | 11.347 Beiträge

Landschaft und Kontrast

Tivadar Kosztka Csontváry (1853-1919), ist einer der bedeutendsten Vertreter der ungarischen Moderne. Seit 1973 zeigt das Pécser Csontváry-Museum die wichtigsten seiner Werke, zum größten Teil stammen sie aus der Sammlung von Gedeon Gerlóczy, einem der wenigen, die Csontvárys Talent bereits früh erkannten und zu fördern suchten.

Es ist nämlich keineswegs so, dass Csontváry, der heute zu den bekanntesten ungarischen Malern zählt, bereits zu Lebzeiten ein gefeierter Künstler im eigenen Land war. Vielmehr wurde er wegen seiner für damalige Verhältnisse exzentrischen Lebensführung (Vegetarismus, Anti-Alkoholismus, Pazifismus) und seiner sich stetig steigernden Schizophrenie als Spinner verlacht. Aber wie so oft haben verkannte Genies die Blüte ihrer Popularität erst post mortem.

Geboren 1853 in Kisszeben (heute Sabinov, Slowakei) übte er zunächst mehrere Jahre den Beruf eines Apothekers aus, bevor er im Alter von 27 Jahren eine Vision hatte, die ihm eine Karriere als großer Maler prophezeite. In den folgenden Jahren brachte er sich selbst das Malen und Zeichnen bei und tätigte diverse Reisen nach Frankreich, Italien, Griechenland, Nordafrika und den Nahen Osten, die sich in seinen Werken widerspiegeln.

Csontvárys Motivvielfalt lässt sich in der Pécser Ausstellung sehr eindrucksvoll erleben: Landschaftsimpressionen und Alltagsszenen aus dem Libanon und Jerusalem wechseln sich ab mit italienischen Küstenorten und Schäfern in der ungarischen Tiefebene. Neben einigen frühen Bleistift- und Kohlezeichnungen wird der Fokus vor allem auf die in seiner Hochphase entstandenen Ölgemälde gelegt.
Csontvárys Stil lässt sich nur schwerlich in einer der althergebrachten Kategorien einordnen, seine Werke liegen irgendwo in der Mitte zwischen romantischer Naturverklärung, expressionistischen Farbkontrasten und symbolistischer Motivwahl. Neben seinem wohl bekanntesten Werk, der höchst symbolbeladenen „einsamen Zeder“ von 1907, bleiben einem vor allem seine überlebensgroßen Gemälde wie „Baalbek“ (1906) und „Das große Tarpatak-Tal im Tatra-Gebirge“ (1904/05) im Gedächtnis haften. Alles in allem eine abgerundete Werkschau, die jeder kunstinteressierte Besucher von Pécs in sein Programm aufnehmen sollte.

Christian Pasche

Csontváry-Museum Pécs, Janus Pannonius utca 11
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Eintritt: 700 HUF, reduziert 350 HUF


Bis später
Admi Peter
Uj.Magyar@online.ms


Je älter man wird um so mehr nimmt die Zahl derer zu die einen am Arsch lecken können. B.Fuchsberger

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