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Neues Ungarnforum - das Forum für Residenten in ganz Ungarn

#1

Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 01.03.2011 15:15
von Jule und Janos • Magyar | 1.198 Beiträge

Hallo, liebe Ungarnfreunde!


Nun sind wir schon die zweite Woche in Deutschland, doch wir möchten nicht versäumen zu berichten, was uns seltsames auf der Fahrt nach Deutschland bei Budapest passiert ist.

Unsere Reiseroute ging auf der M6 bei Boly nach Budapest und wir wollten, wie schon bei anderen Fahrten, zur M7 wechseln, damit wir nicht erst nach Budapest auf den Ring müssen.

Kurz zuvor hatte Jule hier im Forum etwas gelesen, daß auf der M6 eine Brücke gesperrt sei – so waren wir etwas verunsichert, da wir doch schon bei Érd waren und bisher keine Behinderung gesehen hatten. Es ließ sich super fahren – wir hatten die Autobahn mal wieder fast alleine für uns! So macht Autofahren richtig Spaß und wir freuten uns, so schnell in der Nähe von Budapest zu sein.

Wir verließen die M6 und folgten dem Schild M7 und M0!

Das hätten wir lieber nicht tun sollen, denn wir wurden auf die Landstrasse 7 geführt und es kam nirgends ein weiterer Hinweis auf M7 – nur die M0 wurde noch angezeigt.

So fuhren wir halt in Richtung M0 – im Glauben, dort wieder auf unsere gewünschte Autobahn zu kommen.

Doch dies war der nächste Trugschluss!!!

Genau die Einfahrt, die ausgeschildert war, war gesperrt wegen Bauarbeiten!

Da kam Freude auf!

Es blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren und so kamen wir immer weiter rein nach Budapest!

Unsere zuvor gewonnene Zeit durch das zügige Fahren auf der Autobahn war somit schnell wieder futsch!

Janos war schon ziemlich sauer, denn ohne Stadtplan bzw. genauer Ortskenntnis in Budapest kommt man sich vor wie auf dem Mond.

Zum Glück war es Samstag und nicht zu viel Verkehr!

Wir wußten, daß wir irgendwann ja auf die M1 stoßen müßten, aber es kam keinerlei Hinweis – tja, so fuhren wir und fuhren wir und waren mitten in West-Budapest!

Es wurde Janos zu bunt und er drehte bei nächster Gelegenheit um und fuhr zurück.

Welch ein Wunder – auf einmal kam auf dieser Seite ein Hinweis zur Autobahn!!! Der war hundertprozentig nicht auf der Seite, auf der wir zuvor in die Stadt gefahren sind!

Tja - was in Deutschland zu viel beschildert ist, fehlt dafür in Ungarn!

Glücklich, nun endlich wieder auf dem richtigen Weg zu sein, fuhren wir auf die M1.

Dort war sehr viel Verkehr und die dicken Fahrzeuge aller Art rauschten nur so vorbei.
Da wir die verlorene Zeit ja wieder rein holen wollten, rauschten wir mit!

Es waren so gut wie keine ausländischen Nummernschilder zu sehen – da man ja immer auch Ausschau hält, ob schon deutsche Kennzeichen auf der Strecke sind - dies war nicht der Fall, nur ungarische Kennzeichen.

Plötzlich raste von hinten – wir waren auf der Überholspur und hatten ca. 130 kmh auf dem Tacho – ein dunkler Audi heran, der die Lichthupe an hatte und uns praktisch bedrängte, so, daß wir auf die rechte Seite wechselten.

Er setzte sich vor uns und machte die Warnblinkanlage an!

Im ersten Moment dachten wir, es wäre etwas mit unserem Auto, aber da hätte ja sicher etwas am Armaturenbrett aufgeleuchtet.

Dann bemerkten wir, daß das Auto ein deutsches Kennzeichen hat.

Da wir aber an unserem Auto nichts bemerkten, kam uns das Ganze doch sehr seltsam vor und Janos meinte nur: Was will das A............????

Inzwischen hatte er beschlossen, das Auto zu überholen um zu sehen, wer drin sitzt.

Während wir zum Überholen ansetzten, drehte der Fahrer des dunklen Audis seine Fahrerseite runter und gab Handzeichen, daß wir langsam sein sollen bzw. anhalten sollen!!!

Im Überholmanöver dann schaute ich dem Kerl ins Gesicht und auch Janos warf einen prüfenden Blick in das Auto und wir konnten beide sehen, daß vier Zigeuner drin saßen!!!

Janos gab Gas und nachdem ich dem Kerl direkt ins Gesicht gesehen hatte, ließen sie von uns ab!

Wir waren nämlich weit und breit das einzigste Auto mit deutschem Kennzeichen!!!

Was hatten die vor????

Ich hab ja schon gehört, daß auf Autobahnen die Leute angehalten werden und ausgeraubt werden – könnte mir vorstellen, die Kerle hatten das auch vor, denn die gezielte Auswahl eines deutschen Kennzeichens läßt uns nichts Gutes erahnen!

Also, wer nach Budapest fährt auf der Autobahn – aufpassen!

Wenn wir so blöd gewesen wären und angehalten hätten, wäre es für die vier Kerle ein Leichtes gewesen, uns eins auf die Birne zu geben und uns liegen zu lassen!

Bei dem Verkehr, der dort herrschte, hätte es vermutlich gar niemand mitbekommen, denn jeder raste nur so vorbei!

Das alles wurde uns erst nach dem Ganzen bewußt, nachdem wir alles nochmals vor unser geistiges Auge geholt hatten.

Leider hab ich vor lauter Überraschungsmanöver kein Foto gemacht – ärgerlich!

Janos war so schnell davon gefahren, die Kerle aber blieben im Raum Budapest und verfolgten uns nicht weiter – der Blick hatte genügt!

Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt!

Es grüßen

Jule und Janos


Älter werden ist nichts für Feiglinge!

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#2

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 03.03.2011 14:29
von Pusztaqueen • Magyar | 1.485 Beiträge

Gut gemacht

und danke für den Bericht........wird bestimmt wieder jemanden davon
abhalten den Fehler zu machen und anzuhalten!
Übrigens, meistens funktioniert das dann so........alle steigen aus, 1 oder 2 Mann lenken
Fahrer und Beifahrer ab, während die anderen die Handtasche oder sonstige Wertgegenstände
(Kamera, Lederjacken, etc.) aus dem Auto klauen.....

Was übrigens zur Zeit auch noch die grosse Masche ist: man steht vor einem Restaurant oder Geschäft,
plötzlich hält ein sehr freundlicher, gut gekleideter Zigeuner..........und will dann Kochtöpfe oder Schmuck
oder sonstwas verkaufen, dass angeblich von einer Messe übrig geblieben ist und gaaaaanz billig angeboten wird!
Finger weg !!!!


Bis bald mal wieder
Pusztaqueen


- Hab Sonne im Herzen und Schalk in den Augen ! -

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#3

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 03.03.2011 15:54
von Admi • Peter / Admi | 11.872 Beiträge

Oh gottle, gut, daß wir nicht in Euren Regionen leben. Da geht es ja zu!?!?


Bis später
Admi Peter
Uj.Magyar@online.ms


Das mit dem Alt werden ist kein Problem,
man muss nur lange genug leben und der Tod macht mir auch
keine Angst, hauptsache ich bin nicht betroffen

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#4

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 03.03.2011 16:48
von Pusztaqueen • Magyar | 1.485 Beiträge

Nööööö, nicht in der Puszta ...........nur wenn man in die "Großstadt" kommt

Übrigens, wir kennen das alles schon aus Spanien, wo sich diese Gaunereien vor einigen Jahren
besonders auf der Autobahn längs der Küste zugetragen haben. Aber immer nur Richtung Süden,
denn da konnten die Ganoven sicher sein, dass die Leute genügend "Beute" dabei haben.

Leider muss ich sagen, dass es auch da meist die Zigeuner waren...........
(soviel zum Thema Rassendiskriminierung ........gefällt mir eigentlich gar nicht )


Bis bald mal wieder
Pusztaqueen


- Hab Sonne im Herzen und Schalk in den Augen ! -

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#5

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 03.03.2011 18:04
von Jule und Janos • Magyar | 1.198 Beiträge

Guten Abend in die Runde - ja, wovon sollen die auch sonst leben???

Wir haben uns am Anfang unseres Ungarnaufenthaltes gewundert, wo im Winter plötzlich alle diese Zigeuner hin sind, denn es war richtig leer in der Stadt und wenn es wärmer wurde, tauchten sie wieder auf.

Uns wurde gesagt, die gehen alle nach Süden zum überwintern - die wissen schon, wo es was zu holen gibt!

Also Leute - schön aufpassen!

Es grüßen aus dem sonnigen Laichingen

Jule und Janos


Älter werden ist nichts für Feiglinge!

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#6

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 06.03.2011 16:48
von gelöschter User • ( Gast )
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Oje....was es nicht alles gibt.......da wäre ich nie drauf gekommen, dass es sowas gibt....bin ich etwa naiv ?
Ich hätte viel zu viel Angst gehabt, das irgendwas mit meinem Auto ist und hätte bestimmt angehalten.
Aber Dank eures Berichtes bin ich gewarnt... Danke schön....

Mein Mann und meine Stieftochter fahren am 26.3. mit unseren Autos los....über Wien möchten Beide nach Ungarn... Ich werde Beide beschwören...bloss nicht anzuhalten, wenn im Auto nichts aufleuchtet.....um unserem guten alten Ford Focus mache ich mir keine Sorgen, die alte, treue Seele will aussser uns sowieso keiner...........aber bei meinen kleinen schwarzen " Prollo " bin ich mir nicht so sicher...... Ich komme dann Anf.April mit dem Flugzeug eingeflogen und dann beginnt unser Abenteuer " Ungarn ". Ich freue mich schon.....und werde Euch bestimmt an anderer Stelle noch nach euren Lieblingsplätzen in Ungarn fragen. Meine Stieftochter und ich haben uns , nach der erfolgten Eingewöhnung, vorgenommen das ganze Land per Auto zu erkunden.

Viele liebe Grüße aus DEL
Corinna


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#7

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 06.03.2011 17:59
von Admi • Peter / Admi | 11.872 Beiträge

Hallo hallo hallo,
so dramatisch ist es auch wieder nicht. Das geschilderte ist EIN Erlebnis.
Das passiert nicht jeden Tag.
Vergleichbares kann die auf der Autobahn in D, Ö, F oder sonstwo auch passieren. Das ist kein ungarisches Problem.
Genausowenig ist das ein Problem von Romaangehörigen.


Bis später
Admi Peter
Uj.Magyar@online.ms


Das mit dem Alt werden ist kein Problem,
man muss nur lange genug leben und der Tod macht mir auch
keine Angst, hauptsache ich bin nicht betroffen

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#8

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 06.03.2011 19:15
von Micke • Magyar | 228 Beiträge

Hallo zusammen,
ja, das stimmt leider, dass dir das in jedem Urlaubsland widerfahren kann. In Spanien wird man als Mietwagen- Kunde schon schriftlich aufgefordert, dass man nicht auf der Autobahn anhalten soll, wenn man von anderen Autofahrern per Lichthupe auf vermeintliche Schäden am Auto hingewiesen wird, oder wenn man liegengebliebenen PKW- Fahrern seine Hilfe anbieten möchte.
Als Klaus und ich uns in Ungarn nachts mal total verfahren hatten, könnt ihr euch vorstellen, wie ängstlich wir bei folgender Situation waren: auf einer stockdunklen Landstr. standen plötzlich drei junge Männer neben einem auf dem Dach liegenden Auto- es war in einer engen Kurve anscheinend wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abgekommen. Einer der drei hielt sich den Arm, der blutüberströmt war- die anderen beiden waren wohl unverletzt. Wir fuhren langsam an die Unfallstelle heran, machten das Fenster nur ganz wenig herunter, und fragten, ob sie Hilfe brauchten- Verbandskasten oder so. Sie sahen sehr nach Rumänen aus- und uns gingen alle Warnungen aus dem Spanienurlaub durch den Kopf, aber wir dachten uns, dass sie so einen Unfall doch nicht inszenieren würden, nur um uns auszurauben- aber man weiß ja nie.
Sie brauchten unsere Hilfe nicht- der eine zeigte auf sein Handy, und sagte irgendwas von Ambulanz oder so, und sie bedankten sich auf Englisch, und würden schon alleine klarkommen.
Wir fuhren sehr erleichtert weiter.
Aber man kann bei sowas wirklich nicht mißtrauisch genug sein.
Also Augen auf auf fremden Autobahnen!

Viele Grüße,

Micke

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#9

RE: Autobahngeschichte 2011

in Budapest/Mittelland 07.03.2011 10:09
von Jule und Janos • Magyar | 1.198 Beiträge

Hallo Micke - na, das kann ich mir vorstellen - so eine Situation wäre mir auch sehr unangenehm.

Übrigens, in einem unserer Reiseführer für Ungarn steht es sogar drin, daß man mit solchen gestellten Situationen rechnen muß!

Da dieser schon älteren Datums ist, war dies früher noch viel öfterer der Fall, daß die Leute in so eine Falle getappt sind. Heute, mit Handy, sind die Burschen vorsichtiger geworden, denn man kann da doch schneller Hilfe rufen im Falle eines Überfalles. Außerdem ist doch inzwischen einiges mehr Verkehr auf den Landstrassen, so müssen sie doch eher damit rechnen, daß jemand vorbei kommt und das sieht, was sie so treiben.

Naja, hoffen wir auf allzeit gute Fahrt!

Es grüßen

Jule und Janos
vom Pappnasenclub


Älter werden ist nichts für Feiglinge!

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