Hallo, liebe Ungarnfreunde!

Nun sind wir schon die zweite Woche in Deutschland, doch wir möchten nicht versäumen zu berichten, was uns seltsames auf der Fahrt nach Deutschland bei Budapest passiert ist.

Unsere Reiseroute ging auf der M6 bei Boly nach Budapest und wir wollten, wie schon bei anderen Fahrten, zur M7 wechseln, damit wir nicht erst nach Budapest auf den Ring müssen.
Kurz zuvor hatte Jule hier im Forum etwas gelesen, daß auf der M6 eine Brücke gesperrt sei – so waren wir etwas verunsichert, da wir doch schon bei Érd waren und bisher keine Behinderung gesehen hatten. Es ließ sich super fahren – wir hatten die Autobahn mal wieder fast alleine für uns! So macht Autofahren richtig Spaß und wir freuten uns, so schnell in der Nähe von Budapest zu sein.
Wir verließen die M6 und folgten dem Schild M7 und M0!
Das hätten wir lieber nicht tun sollen, denn wir wurden auf die Landstrasse 7 geführt und es kam nirgends ein weiterer Hinweis auf M7 – nur die M0 wurde noch angezeigt.
So fuhren wir halt in Richtung M0 – im Glauben, dort wieder auf unsere gewünschte Autobahn zu kommen.
Doch dies war der nächste Trugschluss!!! 
Genau die Einfahrt, die ausgeschildert war, war gesperrt wegen Bauarbeiten!
Da kam Freude auf! 
Es blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren und so kamen wir immer weiter rein nach Budapest! 
Unsere zuvor gewonnene Zeit durch das zügige Fahren auf der Autobahn war somit schnell wieder futsch! 
Janos war schon ziemlich sauer, denn ohne Stadtplan bzw. genauer Ortskenntnis in Budapest kommt man sich vor wie auf dem Mond. 
Zum Glück war es Samstag und nicht zu viel Verkehr! 

Wir wußten, daß wir irgendwann ja auf die M1 stoßen müßten, aber es kam keinerlei Hinweis – tja, so fuhren wir und fuhren wir und waren mitten in West-Budapest!
Es wurde Janos zu bunt und er drehte bei nächster Gelegenheit um und fuhr zurück. 
Welch ein Wunder – auf einmal kam auf dieser Seite ein Hinweis zur Autobahn!!! Der war hundertprozentig nicht auf der Seite, auf der wir zuvor in die Stadt gefahren sind!
Tja - was in Deutschland zu viel beschildert ist, fehlt dafür in Ungarn! 
Glücklich, nun endlich wieder auf dem richtigen Weg zu sein, fuhren wir auf die M1. 
Dort war sehr viel Verkehr und die dicken Fahrzeuge aller Art rauschten nur so vorbei.
Da wir die verlorene Zeit ja wieder rein holen wollten, rauschten wir mit! 
Es waren so gut wie keine ausländischen Nummernschilder zu sehen – da man ja immer auch Ausschau hält, ob schon deutsche Kennzeichen auf der Strecke sind - dies war nicht der Fall, nur ungarische Kennzeichen. 
Plötzlich raste von hinten – wir waren auf der Überholspur und hatten ca. 130 kmh auf dem Tacho – ein dunkler Audi heran, der die Lichthupe an hatte und uns praktisch bedrängte, so, daß wir auf die rechte Seite wechselten. 
Er setzte sich vor uns und machte die Warnblinkanlage an! 
Im ersten Moment dachten wir, es wäre etwas mit unserem Auto, aber da hätte ja sicher etwas am Armaturenbrett aufgeleuchtet. 
Dann bemerkten wir, daß das Auto ein deutsches Kennzeichen hat. 
Da wir aber an unserem Auto nichts bemerkten, kam uns das Ganze doch sehr seltsam vor und Janos meinte nur: Was will das A............???? 
Inzwischen hatte er beschlossen, das Auto zu überholen um zu sehen, wer drin sitzt. 
Während wir zum Überholen ansetzten, drehte der Fahrer des dunklen Audis seine Fahrerseite runter und gab Handzeichen, daß wir langsam sein sollen bzw. anhalten sollen!!! 
Im Überholmanöver dann schaute ich dem Kerl ins Gesicht und auch Janos warf einen prüfenden Blick in das Auto und wir konnten beide sehen, daß vier Zigeuner drin saßen!!!

Janos gab Gas und nachdem ich dem Kerl direkt ins Gesicht gesehen hatte, ließen sie von uns ab! 
Wir waren nämlich weit und breit das einzigste Auto mit deutschem Kennzeichen!!! 
Was hatten die vor???? 
Ich hab ja schon gehört, daß auf Autobahnen die Leute angehalten werden und ausgeraubt werden – könnte mir vorstellen, die Kerle hatten das auch vor, denn die gezielte Auswahl eines deutschen Kennzeichens läßt uns nichts Gutes erahnen!
Also, wer nach Budapest fährt auf der Autobahn – aufpassen!
Wenn wir so blöd gewesen wären und angehalten hätten, wäre es für die vier Kerle ein Leichtes gewesen, uns eins auf die Birne zu geben und uns liegen zu lassen! 
Bei dem Verkehr, der dort herrschte, hätte es vermutlich gar niemand mitbekommen, denn jeder raste nur so vorbei! 
Das alles wurde uns erst nach dem Ganzen bewußt, nachdem wir alles nochmals vor unser geistiges Auge geholt hatten.
Leider hab ich vor lauter Überraschungsmanöver kein Foto gemacht – ärgerlich! 
Janos war so schnell davon gefahren, die Kerle aber blieben im Raum Budapest und verfolgten uns nicht weiter – der Blick hatte genügt!
Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt!
Es grüßen
Jule und Janos

