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#1

Chips-Steuer tritt ab September in Kraft

in Arbeitsmarkt, Soziales, Unternehmung 31.08.2011 18:43
von Admi • Peter / Admi | 11.876 Beiträge

Zur BZ
Ich weise darauf hin, daß von mir gefundene und verlinkte Texte generell nicht unbedingt meiner Meinung entsprechen

Von Peter Bognar
Freitag, 26. August 2011
Regierung erklärt "ungesunden" Nahrungsmitteln den Krieg



Wer sich über den körperlichen Zustand der Ungarn ein Bild machen will, sollte im Sommer einen ungarischen Strand aufsuchen. Er ist geradezu ein Tummelplatz der Fett­leibigkeit, die sich insbesondere in Schmer­bäuchen manifestiert. Der Embon­point gilt unter ungarischen Männern von 40 aufwärts gleichsam als „Statussymbol“. Hat man keinen Wanst, ist man sozusagen kein Mann.

Sucht man auf jedem beliebigen ungarischen Strand das obligatorische Buffet auf, hat man dann auch gleich eine Erklärung für die Körperfülle so mancher Zeit­g­e­nos­sen. Gemüse? Ach wo! Frischer Salat? Fehl­an­zeige. Stattdessen kann man sich an einer Bohnen­suppe mit Eisbein, Zigeunerschnitzel mit reichlich Knoblauch und einer Speckschwarte oder Kaldaunengulasch gütlich tun. Haupt­sache, es ist Fleisch drin.
Nicht zuletzt wegen ihrer fetttriefenden und schwer verdaulichen Esskultur ist der Gesund­heitszustand der Ungarn im europäischen Vergleich schandbar schlecht. In An­be­tracht dieser unerquicklichen Situation hat sich die Regierung von Viktor Orbán auf ihre Fahne geschrieben, den Ungarn die ungesunden Ess­gewohnheiten auszutreiben. Dies will sie nun mit der sogenannten Chips-Steuer tun, die am 1. September in Kraft treten wird.

Extrem fetthaltige Nahrungsmittel bleiben außen vor

Wer indes gedacht hat, dass die neue „Volksgesundheitsabgabe“, wie sie offiziell heißt, gerade bei extrem fetthaltigen und dem Magen nicht gerade bekömmlichen Speisen wie dem Zigeunerschnitzel oder dem Kald­au­nen­gulasch zur Anwendung kommt, der irrt. Die Chips-Steuer wird lediglich auf Nah­rungsmittel mit hohem Zucker-, Salz-, Koh­len­hydrate- und Koffeingehalt, auf Er­fri­schungs­getränke mit einem niedrigeren Frucht­­gehalt als 25 Prozent, Energiedrinks, vorverpackte Feinbackwaren, salzhaltige Snacks sowie auf einen Teil der Würzmittel erhoben.
Was das Steuermaß angeht, wird die „Volks­gesundheitsabgabe“ bei Erfrischungs­ge­trän­ken fünf Forint und bei Energiedrinks 250 Forint pro Liter betragen, bei vorverpackten versüßten Feinbackwaren wiederum wird sie sich auf 100 Forint, bei Snacks und Würz­mitteln auf 200 Forint pro Kilogramm belaufen. Die Einnahmen aus der Chips-Steuer sollen nach den Plänen der Regierung Orbán ins finanzschwache ungarische Ge­sund­heits­system fließen.

Lebensmittelproduzenten schwant nichts Gutes

Die ungarischen Nahrungsmittelpro­du­zen­ten können den möglichen positiven Wir­kun­gen der Chipssteuer auf die ungarische Volksgesundheit nicht viel abgewinnen. Sie weisen darauf hin, dass durch die neue Ab­gabe viele Lebensmittelproduzenten vor dem Aus stünden. Der Hauptsekretär des Ver­bands der Ungarischen Marken, Zoltán Fekete, malte die Zukunft in düsteren Far­ben. Laut Fek­ete werden als Folge der Einführung der Chips-­Steuer mindestens vier ungarische Fa­bri­ken der Lebensmittel­in­dus­trie bis Ende des Jahres stillgelegt. Dies bedeute, dass rund 2.000 Arbeitskräfte ihre Arbeit verlieren werden. Sollten auch die Le­bensmittelimporteure mit Kosteneinsparun­gen und Entlassungen auf die neue Abgabe reagieren, könnte die Zahl der Personen, die ihre Arbeit verlieren sogar auf etwa 4.000 steigen.

Steuer führt zu höheren Preisen und weniger Arbeitsplätzen

Der ungarische Landesverband der verarbeitenden Industrie (ÉFOSZ) stieß ins gleiche Horn. Auch er lehnt die „Volks­ge­sund­heits­abgabe“ ab. So hieß aus dem ÉFOSZ, dass die Einführung der Chips-Steuer zu einer Er­höhung der Konsumentenpreise und zum Verlust vieler Arbeitsplätze führen werde. Laut ÉFOSZ ist die Einführung der Chips-Steuer überdies vorschnell und falsch. Der Verband kritisierte diesbezüglich auch, dass der Sektor der Nahrungsmittel­pro­du­zenten nicht in die Ausarbeitung der Abgabe miteinbezogen worden sei.


Bis später
Admi
Uj.Magyar@online.ms

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#2

Gewinner und Verlierer der Chipssteuer in Ungarn

in Arbeitsmarkt, Soziales, Unternehmung 14.12.2011 10:55
von Csakgyoergy • Magyar | 1.308 Beiträge

Regierung meldet erfolge und Unternehmen stehen vor dem Aus bzw vor Entlassungen des Personals.

Die Besteuerung "ungesunder Lebensmittel", vulgo "Chipssteuer" oder auch "Fat tax" in Ungarn, wurde im September eingeführt und zwischenzeitlich nochmals angehoben. Die Regierung meldete gestern erste Erfolge.

Zum Beitrag der Pester Lloyd

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