Der ungarische Zoll hat in diesem Jahr Steuerverfahren im Wert von rund 78 Milliarden Forint, ca. 255 Mio. EUR, eingeleitet, meist mit Bezug auf Mehrwertsteuerbetrug. Insgesamt wurden 2.354 Fälle von mutmaßlicher Steuerhinterziehung aufgedeckt sowie weitere 530 andere Betrugsfälle mit einem Schaden von zusätzlichen 17 Mrd. Forint, meldet MTI.
Allein im Landwirtschaftssektor habe man es mit 72 Betrugsfällen zu tun, bei denen Getreide quer durch die EU geschickt und verkauft bzw. zurückgekauft wurde, um Mehrwertsteuer zu hinterziehen und andere Exportvergünstigungen einzukassieren. Die Interessensverbände von Handel und Landwirtschaft sprechen von einem "bemerkenswerten Anstieg" der Betrugsfälle in den letzten beiden Jahren. Mittlerweile machen die Betrugsfälle bereits ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Handelsvolumens in dem Sektor aus, schätzen die Verbände. Insider sprechen von einer "bestens organisierten Mafia, die sich im derzeitigen politischen Umfeld ziemlich sicher fühlt." Allein die ausstehende Mehrwertsteuer aus dieser Branche wird vom Finanzamt mit "bis zu 100 Milliarden Forint", ca. 325 Mio. EUR angegeben.
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