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#1

Mahnruf

in Gesellschaft in Ungarn, Minderheiten und Nachbarn 24.01.2012 09:12
von Csakgyoergy • Magyar | 1.308 Beiträge

Bei jeder Feierlichkeit in Ungarn wird dieses Gedicht zitiert. Jeder Ungar von klein bis gross kennt es auwendig.
Es spiegelt die Mentalität der Ungarn bis heute wieder.
Der Szózat (deutsch „Aufruf, Mahnruf") ist 1835 bis 1836 entstanden und wohl das berühmteste Gedicht des ungarischen Dichters Mihály Vörösmarty.

Von Lieb und Treu zum Vaterland
bleib, Ungar, stets erfüllt.
Es gibt dir Kraft, und wenn du stürzt,
den Hügel, der dich hüllt.

Die weite Welt gibt anderswo
nicht Raum noch Heimat dir.
Hier mußt in Segen oder Fluch
du leben, sterben hier.

Dies ist der Boden, wo so oft
das Blut der Väter rann,
die Namen, die dir heilig sind,
knüpft ein Jahrtausend dran.

Hier hat einst Árpád und sein Heer
ertrotzt sich dieses Land,
hier brach ein Sklavenjoch entzwei
von Hunyads starker Hand.

Freiheit, dein blutig Banner hat
hier oft im Sturm geweht.
Es hat der lange Kampf und Streit
die Besten hingemäht.

So lebt, vom Schicksal heimgesucht,
in Zwietracht oft verrannt,
vermindert zwar, gebrochen nicht,
dies Volk in seinem Land.

Und Völkerheimat, Erdenrund!
Es ruft dich unsre Not:
Ein tausendjähr'ges Leid fragt jetzt
nach Leben oder Tod.

Es kann nicht sein, daß so viel Blut
so ganz umsonst verrann,
in Bitterkeit manch treues Herz
brach manchem guten Mann.

Es kann nicht sein, daß Geist und Kraft,
so guten Willens voll,
wie unter eines Fluches Last
umsonst verkümmern soll.

Noch kommen wird und kommen muß
einst eine beßre Zeit,
nach der inbrünstiges Gebet
aus aller Herzen schreit.

Vielleicht auch, wenn er kommen muß,
kommt heldisch groß der Tod,
wo überm Leichenfelde dann
das Land im Blut verloht.

Und Völker stehen um das Grab,
in dem ein Volk versinkt,
in aller edlen Menschen Aug
die Trauerträne blinkt.

Von Lieb und Treu zum Vaterland
bleib, Ungar, stets erfüllt.
Es gibt dir Kraft, und wenn du stürzt
den Hügel, der dich hüllt.

Die weite Welt gibt anderswo
nicht Raum noch Heimat dir.
Hier mußt in Segen oder Fluch
du leben, sterben hier.




I

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#2

RE: Mahnruf

in Gesellschaft in Ungarn, Minderheiten und Nachbarn 24.01.2012 10:30
von Csakgyoergy • Magyar | 1.308 Beiträge

Den Mahnruf in Bild und Ton

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#3

RE: Mahnruf

in Gesellschaft in Ungarn, Minderheiten und Nachbarn 24.01.2012 10:36
von Csakgyoergy • Magyar | 1.308 Beiträge

Der Ordnungshalber auch den Text der ungarischen Nationalhyme.
Gesungen wird bei Feierlichkeiten die erste Strophe.
Der Text der ungarischen Nationalhymne wurde im Jahre 1823 von Ferenc Kölcsey als Gedicht verfasst.1844 von Ferenc Erkel vertont.

HERR, segne den Ungarn
Mit Frohsinn und mit Überfluss.
Beschütze ihn mit deiner Hand,
Wenn er sich mit dem Feind schlägt.
Denen die schon lange vom Schicksal nicht verschont,
Bring ihnen eine bessere Zeit.
Denn dies Volk hat schon gebüßt
Für Vergangenes und Kommendes.

DU hast unsere Vorfahren
Zu den heiligen Karpatengipfel gebracht
Durch DICH haben wir die schöne Heimat gewonnen
Für Bendegúz’ Söhne und Töchter.
Und dort wo die Wasser rauschen
Der Theiß und der Donau
Dort sprießt und erblüht
Die Saat des Helden Árpad.

Für uns auf den Kunság-Feldern
Wiegt sich das reife Getreide,
Von den Tokaijer Hängen
Lässt DU Nektar tropfen.
Unsere Fahne hast DU oft gepflanzt
Auf die wilden Türken-Schanzen,
Und die stolze Wiener Burg stöhnte
Unter Mátyás zornigen Truppen.

Doch wegen unserer Sünden
Sammelte sich Zorn in DEINER Brust
Und DEINE Blitze trafen uns
Aus DEINEN donnernden Wolken,
Erst zogen die räuberischen Pfeile
Der Mongolen über uns,
Dann trugen wir das Sklavenjoch
Der Türken auf den Schultern.

Wie oft klang von den Lippen
Der wilden Völker der Osmanen
Über uns Geschlagene, unsere aufgehäuften Knochen
Das Lied des Sieges!
Wie oft haben DEINE Söhne
Meine schöne Heimat angefallen, in DEINER Brust,
Und DU wurdest wegen DEINER Söhne
Zu DEINER Söhne Aschengrab.

Auch gegen den Gehetzten im Versteck führte man
Das Schwert gegen ihn in seiner Heimat,
vergebens blickte er sich um
doch fand er nicht nach Hause in seiner Heimat.
Er stieg über Berge, in die Täler,
Von Kummer und Zweifel umgeben,
Blutlachen unter seinen Füßen
Und Flammenmeere über ihm.

Da wo die Burg stand, ein Steinhaufen,
Freude und Glück fliegen,
Doch Todesklänge und Wehklagen,
Nehmen ihre Stelle ein.
Und weh, Freiheit erblüht nicht
Aus dem Blut der Toten,
Schmerzend fließen die Tränen unter Sklaverei
Aus den Augen der Heimatlosen.

Hab' Mitleid, Herr, mit dem Ungarn,
Den die Gefahren schütteln,
Beschütze ihn mit deiner Hand,
Im Meer der Qualen.
Denen die schon lange vom Schicksal nicht verschont,
Bring ihnen eine bessere Zeit.
Denn dies Volk hat schon gebüßt
Für Vergangenes und Kommendes.

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#4

RE: Mahnruf

in Gesellschaft in Ungarn, Minderheiten und Nachbarn 24.01.2012 21:54
von Ferdinand • Magyar | 224 Beiträge

Eigenartig finde ich, weil die erste Strophe der Nationalhymne auch am Ende eines Gottesdienstes in den katholischen Kirchen gesungen wird, ob in den evangelischen oder jüdischen Gotteshäusern weiss ich nicht.
Respektlos finde ich die 7. Strophe, wenn jemand dabei an Herrn Orban denkt. Das hätte er nicht verdient.


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